Bezirks-Sportfischerverband Koblenz e.V.
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Tag des Wanderfisches 2018

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An der Zukunft der Lahn scheiden sich weiter die Geister

Bundeswasserstraße EU-Projekt macht deutlich, wie vielfältig die Interessenlagen entlang des Flusses sind

Von unserem Mitarbeiter der RZ

Norbert Schmiedel

Rhein-Lahn. Wie geht es weiter mit der Lahn? Bei den 21. Lahnsteiner Gesprächen, zu denen Klemens Breitenbach, Vizepräsident und Geschäftsführer des Bezirkssportfischerverbands (BSV) Koblenz, in den Mehrzweckraum des TV Niederlahnstein eingeladen hatte, war das EU-Projekt Living Lahn in aller Munde. Und es wurde schnell deutlich, wie weit die Vorstellungen über die Zukunft des Flusses auseinandergehen.

Stellvertretend dafür darf ein Statement von Wilfried Klein, Begründer der Interessensgemeinschaft (IG) Lahn stehen. Nachdem Breitenbach die Frage gestellt hatte, was denn die Fischaufstiegsmaßnahmen oberhalb von Lahnstein nützen, wenn in Lahnstein an der Schleuse Stopp sei, kam Klein fast in Rage: „Was haben wir denn seit der Gründung unserer IG vor 20 Jahren bis heute erreicht? Nichts! Und ich sage, dass alle bisherigen Maßnahmen, den Wanderfischen den Lahnaufstieg zu ermöglichen, Murks waren und sind, einfach nur Murks.“ Klein wiederholte seine bekannte Ablehnung zum Erhalt der Lahn als Bundeswasserstraße und zog einen großen Vergleich zur Ardéche in Frankreich. Auch dort seien Wehre abgebaut, die Schifffahrt eingestellt worden, sodass sich der Fluss in „ganz großartiger Weise“ in die Landschaft einfügen konnte. Auch dort habe es heftigste Widerstände gegen eine Renaturierung gegeben, bis heute aber hätten sich die Touristenzahlen vervielfacht. „Und so ähnlich könnte unsere Lahn auch werden.“ In Fragen der Einstufung der Lahn als Bundeswasserstraße steht Klein in Opposition zu Breitenbach, wenngleich beide hinsichtlich der Fischerei und der Durchgängigkeit an einem Strang ziehen. Auch Breitenbach zeigte sich enttäuscht von bisherigen Ergebnissen, „weil in den entscheidenden Verwaltungen und Gremien diejenigen Gehör finden, die am lautesten schreien. Wir wollen aber nicht die Lautesten sein, wir wollen mit den Verwaltungen und Politikern auf sachlicher Basis reden.“ Dass keines der bisherigen Programme konsequent umgesetzt worden sei, darin waren sich alle Anwesenden einig.

Das neue Programm Living Lahn, das am 5. Februar in Limburg auf den Weg gebracht wurde, sei nicht die Fortsetzung von Lachs 2000, sondern bringe endlich alle Beteiligten in Rheinland-Pfalz und Hessen an einen Tisch, sagte Innenminister Roger Lewentz. „Das wurde auch höchste Zeit, denn wir dürfen nicht zu sehr mit der Geduld der Menschen spielen. Es müssen endlich greifbare Ergebnisse her.“

Landrat Frank Puchtler stellte „Living Lahn“ – lebendige Lahn – in seinen Grundgedanken vor. Es ist ein EU-Projekt, das von den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz aufgenommen wurde und mit Mitteln der EU die Ökologie und den Naherholungswert des Flusses verbessern soll. Da die Lahn eine von sechs geförderten europäischen Regionen sei, seien hier besondere Anstrengungen erforderlich, um einen Teil des 16 Millionen Euro großen Topfes zu erhalten. Fünf Interessenlagen seien unter einen Hut zu bringen: Natur, Wirtschaft, Tourismus, Ökologie und Ökonomie. Der Vertreter der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Lothar Jörgensen, ergänzte die Palette mit Wasserverbesserungsmaßnahmen durch extensive Landwirtschaft, Kläranlagen und Auenreaktivierung, wie sie derzeit im Mühlbach vorgenommen werden. Dazu müssten neue Gutachten erstellt werden.

Mareike Bodsch vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) zeichnete ein Bild der angrenzenden Flusslandschaften, bei denen Auswirkungen von Lahnmaßnahmen bedacht werden müssten. Das gelte in besonderem Maße für die Nebengewässer wie den Mühlbach. Als klare Probleme nannte sie die undurchlässige Schleuse in Lahnstein und die Fischtreppen oberhalb Richtung Limburg. Sie griff den Kommentar von Roger Lewentz auf, dass es nicht sein könne, dass Lachse und Aale mühsam von Hand umgesetzt werden, um dann in den Turbinen der Kraftwerke zerhackt zu werden.

In einem Punkt waren sich alle einig: Es müssen alle Nutzerinteressen entlang der Lahn, von der Quelle bis zur Mündung, gleichermaßen neutral ermittelt werden. Nur dann könne das Projekt Living Lahn sinnvoll umgesetzt werden. Da dürfe es auch keine Schnellschüsse Einzelner geben.

 

Hessen und Rheinland-Pfalz mit unterschiedlichen Zielen

Die Struktur- und Genehmigungs-Direktion Nord ist Partner im Projekt „LiLa – Living Lahn“. Mit dem Projekt wollen die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und die Bundesanstalt für Gewässerkunde die Lahn ökologisch aufwerten. Gleichzeitig wollen sie den Fluss und das Leben am Fluss lebenswerter machen. Das Projekt ist auch ein Beitrag, um die Region weiterzuentwickeln. Nach Darstellung des Vereins ProLahn gibt es zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz aber sehr unterschiedliche Vorstellungen. Für die Lahn zwischen der Quelle und Limburg ist bei den hessischen Behörden vom Einstellen der Schifffahrt und Schließen oder Verlagern von Sportboothäfen die Rede.

In Rheinland-Pfalz bestehe hingegen die Auffassung, dass die Freizeitschifffahrt nicht verlagert werden kann. „Wenn man den Worten von Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Umweltministerium, folgt, wird im rheinland-pfälzischen Teil der Lahn die Personen- und Sportschifffahrt weiter Bestand haben“, teilt ProLahn mit.





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2015_12_03_EU Gerichtshof.pdf
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"Der Angelsportverein Neustadt/Wied informiert.
Staatl. Bildungspaket auch für Lehrgangsgebühren und Vereinsbeiträge möglich.

Kinder und Jugendliche ab dem 13. Lebensjahr mit Interesse am Lebensraum Wasser, der Hege und dem waidgerechten Fangen von Fischen können die erforderlichen Kenntnisse im Rahmen eines Vorbereitungslehrgangs zur staatl. Fischerprüfung erwerben. Der Angelsportverein Neustadt/Wied e.V. veranstaltet ab 3. Oktober 2015 an 6 Tagen, jeweils Samstag und Sonntag, von 9:00 bis 16:30 Uhr, den nächsten Lehrgang mit einem zertifizierten erfahrenen Ausbilder in 53577 Neustadt/Wied. Die einheitlichen Schulungskosten betragen 100,00 € zuzügl. 29,00 € Prüfungsgebühren = 129,00 €, einschl. der umfangreichen Schulungsunterlagen.

Im Rahmen des staatl. Bildungspaketes für Familien mit geringem Einkommen können auf Antrag unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kosten des Vorbereitungslehrgangs für Kinder und Jugendliche zur staatl. Fischerprüfung berücksichtigt werden, wenn diese im Zusammenhang mit der Teilnahme an den Aktivitäten (Angeln) entstehen bzw. Voraussetzung dafür sind. Für die Prüfung des tatsächlichen Anspruchs muss der Antrag vom Antragsteller (Eltern) vollständig bei der Kreisverwaltung Neuwied, Abt. Soziales, vorliegen. Den Antrag gibt es im Internet und bei den Gemeinden. Gleiches gilt auch für Vereinsbeiträge. Auskünfte auch unter 0 26 83 / 9 45 81 62 (für Kreis Neuwied).
Interessenten anderer Kreise wenden sich an ihre jeweilige Gemeinde."


 

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